Wien mit Ethan Hawke ...
Wenn ich einen Film sehe, der in einer Stadt spielt, in der ich schon einmal war, versuche ich automatisch, die Filmkulisse wie kleine Puzzlesteine in mein Bild von dieser Stadt einzufügen. Gestern war es Wien mit Menschen, die da nicht hingehören. Ethan Hawke und eine Französin, deren Namen ich vergessen habe, schlendern durch die Stadt und philosophieren über zwischenmenschliche Beziehungen. Das ließ mich sofort (nachdem ich den dringenden Wunsch, auch einmal mit Ethan Hawke durch Wien zu schlendern, unterdrückt habe) an die Menschen denken, mit denen ich tatsächlich durch Wien geschlendert bin.
Das waren sehr unterschiedliche Menschen und durch sie sah ich Wien jedesmal anders. Vollkommen anders. Als hätte ich jedesmal eine andere Stadt besucht.
Mein erstes Wien besuchte ich frisch verliebt und ich fand es wunderbar, dass er mich mitnahm, obwohl die Stadt eigentlich inspirierend auf ihn wirken sollte, damit seine Kreativität nur so sprühen konnte. Es war Sommer, die Stadt schien aus weißem Marmor und aus blauen Bildern von Yves Klein zu bestehen, aus unglaublich hohen, Stuck besetzten Räumen mit Lüstern an der Decke und knarrendem Parkett am Boden. Es hätte mich nicht verwundert, Sissi in einem weißen Rüschenkleid um die Ecke kommen zu sehen. Alles war hell und leicht. Ich war verliebt und wohl auch Inspiration.
Alles war anders beim zweiten Wienbesuch. Diesmal sollte ich anlässlich des Weihnachtsfestes, auch den Teil der Familie, die nicht nach Canada ausgewandert war, des Cowboys, für den ich den Kreativgott vom letzten Besuch in Wien verlassen habe, kennenlernen. Während mein Cowboy gedachte, im Kreise seiner Lieben unsere Verlobung feierlich bekanntzugeben, bastelte ich insgeheim schon an einen Fluchtplan. Alles war dunkel und kalt. Keine Lüster weit und breit und Sissi war wohl inzwischen gestorben und das bestimmt nicht freiwillig.
Wien, zum dritten Mal. Diesmal war kein Mann im Spiel. Ich konnte sogar eine weibliche Person überreden, mitzukommen auf diese sehr spontane Reise. Wir flogen also nach Wien, um dort Menschen beiderlei Geschlechts zu treffen, die wir nicht kannten, weder gesehen noch gesprochen hatten und die trotzdem bereit waren, uns bei sich aufzunehmen, als würden wir zur Familie gehören. Einfach so. Wir verbrachten einen wundervollen Abend mit wunderbaren Gesprächen, schlenderten gemeinsam durch die Stadt und kutschierten durch die Parks an berühmten Palästen vorbei. Es war Sommer und es regnete die ganze Zeit. Wien glitzerte und ich habe Tränen gelacht.
Ich hoffe, ich werde noch oft durch Wien schlendern. Mit oder ohne Ethan Hawke ...
Das waren sehr unterschiedliche Menschen und durch sie sah ich Wien jedesmal anders. Vollkommen anders. Als hätte ich jedesmal eine andere Stadt besucht.
Mein erstes Wien besuchte ich frisch verliebt und ich fand es wunderbar, dass er mich mitnahm, obwohl die Stadt eigentlich inspirierend auf ihn wirken sollte, damit seine Kreativität nur so sprühen konnte. Es war Sommer, die Stadt schien aus weißem Marmor und aus blauen Bildern von Yves Klein zu bestehen, aus unglaublich hohen, Stuck besetzten Räumen mit Lüstern an der Decke und knarrendem Parkett am Boden. Es hätte mich nicht verwundert, Sissi in einem weißen Rüschenkleid um die Ecke kommen zu sehen. Alles war hell und leicht. Ich war verliebt und wohl auch Inspiration.
Alles war anders beim zweiten Wienbesuch. Diesmal sollte ich anlässlich des Weihnachtsfestes, auch den Teil der Familie, die nicht nach Canada ausgewandert war, des Cowboys, für den ich den Kreativgott vom letzten Besuch in Wien verlassen habe, kennenlernen. Während mein Cowboy gedachte, im Kreise seiner Lieben unsere Verlobung feierlich bekanntzugeben, bastelte ich insgeheim schon an einen Fluchtplan. Alles war dunkel und kalt. Keine Lüster weit und breit und Sissi war wohl inzwischen gestorben und das bestimmt nicht freiwillig.
Wien, zum dritten Mal. Diesmal war kein Mann im Spiel. Ich konnte sogar eine weibliche Person überreden, mitzukommen auf diese sehr spontane Reise. Wir flogen also nach Wien, um dort Menschen beiderlei Geschlechts zu treffen, die wir nicht kannten, weder gesehen noch gesprochen hatten und die trotzdem bereit waren, uns bei sich aufzunehmen, als würden wir zur Familie gehören. Einfach so. Wir verbrachten einen wundervollen Abend mit wunderbaren Gesprächen, schlenderten gemeinsam durch die Stadt und kutschierten durch die Parks an berühmten Palästen vorbei. Es war Sommer und es regnete die ganze Zeit. Wien glitzerte und ich habe Tränen gelacht.
Ich hoffe, ich werde noch oft durch Wien schlendern. Mit oder ohne Ethan Hawke ...
Desideria - 2005-12-16 11:31
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