Armer Retter ...
Wenn man kurz vor Geschäftsschluss in der U-Bahn nach einem kurzem Check der Inkredenzien für das seit langem versprochene Abendessen feststellt, dass das Haltbarkeitsdatum der Kokosmilch um Jahre überschritten ist, diese aber für das zu bereitende Mahl existentiell ist, hat man ein Problem. Und genau dieses Problem war meins vor zwei Tagen.
Kokosmilch kann man selbst in einer Großstadt, außer diese liegt in Asien, nicht an jeder Straßenecke erstehen. Deshalb überlegte ich kurz, ob ich eine Station vor meinem eigentlichen Ziel aussteigen, um Kokosmilch neueren Datums in einem mir bekannten asiatischen Laden zu besorgen, oder doch lieber das Risiko eingehen sollte, dass der von mir zu Bekochende nach diesem exotischen Essen plötzlich tot umfällt. So ein bisschen Risiko würzt das Leben ja ungemein.
Also fuhr ich bis zum Zielbahnhof in der leisen Hoffnung, dass dort ein Laden zu finden wäre, der thailändische Produkte zu dieser späten Stunde feilbieten würde. Erster Laden: Fehlanzeige (Kokosmilch? In der Schale?). Zweiter Laden: Fehlanzeige, aber immerhin mit Kenntnis des gewünschten Produktes und dem Hinweis, dass es so etwas hier in der Gegend nicht zu kaufen sei. Danke. Die einzige Möglichkeit wäre, den Verkäufer des „Saftladens“ zu überreden, mir seinen Vorrat an Kokosmilch für die Mixgetränke zu verkaufen. Immerhin, ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Also, auf zum Saftladen. Dort stand hinter der Theke ein sehr schöner Mann südländischer Herkunft, der überfreundlich seine Kundschaft bediente, bis ich meinen Wunsch äußerte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht erklärte er mir sehr blumig, dass er zwar im Besitz von Kokosmilch sei, aber diese mir nur unter Verlust seines Arbeitsplatzes verkaufen könne. Das wiederum würde ihm sehr schwer fallen, selbst wenn es mein Abendessen retten würde. Ich erhöhte darauf ein wenig mein Blondsein auf Stufe Hellblond und jammerte: „Was soll ich denn jetzt nur tun?“. Der arme Kerl wand sich in der ausweglosen Situation und erklärte mir noch einmal das Dilemma des Nichtvorhandenseins einer Taste für Kokosmilch an der Kasse, was zur Folge hätte, dass der Verkauf dieser Milch ihn sofort als miesen Betrüger entlarven würde. Schlimme Sache.
Enttäuscht und mit hängendem Kopf wollte ich in die ach so bitterkalte Welt entschwinden, da hielt mich der Standhafte doch noch zurück. Plötzlich strahlte er mich an, er hätte da eine Idee: er könnte mir die Kokosmilch LEIHEN! Tolle Idee! Dann wäre er Retter, ohne gleichzeitig Dieb zu sein. Darauf wäre ich in 100 Jahren nicht gekommen. Selbst das Geld, welches ich ihm für diese wunderbare Lösung anbot, wehrte er energisch mit erhobenen Händen ab. Dafür gab es wohl auch keine Taste an der Kasse. Diese Mitarbeiter-Überwachungskiste sollten dringend für deren moralisches Heil aufgerüstet werden. So eine kleine Retter-Taste könnte so manche Seelenpein verhindern. Hat doch beim FC St. Pauli auch funktioniert …
Kokosmilch kann man selbst in einer Großstadt, außer diese liegt in Asien, nicht an jeder Straßenecke erstehen. Deshalb überlegte ich kurz, ob ich eine Station vor meinem eigentlichen Ziel aussteigen, um Kokosmilch neueren Datums in einem mir bekannten asiatischen Laden zu besorgen, oder doch lieber das Risiko eingehen sollte, dass der von mir zu Bekochende nach diesem exotischen Essen plötzlich tot umfällt. So ein bisschen Risiko würzt das Leben ja ungemein.
Also fuhr ich bis zum Zielbahnhof in der leisen Hoffnung, dass dort ein Laden zu finden wäre, der thailändische Produkte zu dieser späten Stunde feilbieten würde. Erster Laden: Fehlanzeige (Kokosmilch? In der Schale?). Zweiter Laden: Fehlanzeige, aber immerhin mit Kenntnis des gewünschten Produktes und dem Hinweis, dass es so etwas hier in der Gegend nicht zu kaufen sei. Danke. Die einzige Möglichkeit wäre, den Verkäufer des „Saftladens“ zu überreden, mir seinen Vorrat an Kokosmilch für die Mixgetränke zu verkaufen. Immerhin, ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Also, auf zum Saftladen. Dort stand hinter der Theke ein sehr schöner Mann südländischer Herkunft, der überfreundlich seine Kundschaft bediente, bis ich meinen Wunsch äußerte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht erklärte er mir sehr blumig, dass er zwar im Besitz von Kokosmilch sei, aber diese mir nur unter Verlust seines Arbeitsplatzes verkaufen könne. Das wiederum würde ihm sehr schwer fallen, selbst wenn es mein Abendessen retten würde. Ich erhöhte darauf ein wenig mein Blondsein auf Stufe Hellblond und jammerte: „Was soll ich denn jetzt nur tun?“. Der arme Kerl wand sich in der ausweglosen Situation und erklärte mir noch einmal das Dilemma des Nichtvorhandenseins einer Taste für Kokosmilch an der Kasse, was zur Folge hätte, dass der Verkauf dieser Milch ihn sofort als miesen Betrüger entlarven würde. Schlimme Sache.
Enttäuscht und mit hängendem Kopf wollte ich in die ach so bitterkalte Welt entschwinden, da hielt mich der Standhafte doch noch zurück. Plötzlich strahlte er mich an, er hätte da eine Idee: er könnte mir die Kokosmilch LEIHEN! Tolle Idee! Dann wäre er Retter, ohne gleichzeitig Dieb zu sein. Darauf wäre ich in 100 Jahren nicht gekommen. Selbst das Geld, welches ich ihm für diese wunderbare Lösung anbot, wehrte er energisch mit erhobenen Händen ab. Dafür gab es wohl auch keine Taste an der Kasse. Diese Mitarbeiter-Überwachungskiste sollten dringend für deren moralisches Heil aufgerüstet werden. So eine kleine Retter-Taste könnte so manche Seelenpein verhindern. Hat doch beim FC St. Pauli auch funktioniert …
Desideria - 2006-01-12 16:39
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