Ich bin ja vor nix fies …
war meine Antwort auf die Frage eines Freundes, ob ich es über mich bringen würde, mit ihm ein Musical zu besuchen, da er so etwas aus beruflichen Gründen zwar anschauen müsse, aber keine Lust hätte, dies auf noch alleine zu tun. Mit „Wenn es ganz schlimm kommt, können wir immer noch in der Pause rausgehen und den zweiten Teil an der Bar verbringen.“ versuchte er, mir das Ganze schmackhaft zu machen. Denn ein Musicals zu besuchen, gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, ich ziehe es sogar vor, den quirligen Nachwuchs der lieben Verwandtschaft zu hüten, damit diese sich in Ruhe, nach all den Strapazen der langen Anreise, ein solches anschauen kann. Und das will wirklich etwas heißen.
Doch die Vorstellung, mit jemanden Stätten musikalischer Darbietungen der besonderen Art zu besuchen, der nicht nur meine reservierte Einstellung diesen gegenüber teilt, sondern auch ein amüsanter Lästerer ist, schien mir dann doch gar nicht so unangenehm.
Letzte Woche war es dann soweit: 3 Stunden vor Beginn der Aufführung wurden A. zwei Karten bewilligt und er rief mich an, um mich hierüber zu informieren. Leider habe ich meine Mailbox erst am frühen Abend abgehört, sodass ich mich ein wenig überschlagen musste, um nicht A. und das Transferschiff zum Theater zu verpassen. Auf der Überfahrt überlegten wir kurz, ob uns diese nicht als abendliches Vergnügen genügen und wir erst gar nicht aussteigen sollten, um so direkt wieder den Rückweg antreten zu können, denn man hörte die Leute an Bord munkeln, dass man die Darsteller überhaupt nicht verstehen könne, da die meistens Charaktere mit ausländischen Künstlern besetzt wären, die unserer Sprache gar nicht mächtig seien.
Wir verließen trotz aller bösen Vorausahnungen nach der Flussüberquerung die Fähre und nachdem wir den Bühneneingang gefunden hatten, die hinterlegten Karten in den Händen hielten, unsere Mäntel und unsere Vorbehalte an der Gardarobe abgegeben hatten, war doch noch Zeit für ein alkoholisches Erfrischungsgetränk.

So von jeglicher Hektik befreit, zeigte mir A. an der Bar noch ein paar Merengue-Schritte, bevor wir durch einen Gong in den Saal gerufen wurden. Auf, auf zum fröhlichen Ablästern.

Das ging schief. Wir kamen nicht in Fahrt. Irgendetwas hemmte uns.
Nach einer halben Stunde ohne missbilligende Worte meinte A.: „Ich finde es gar nicht schlimm, wenn die Darsteller in einem Stück, das in Afrika spielt, einen afrikanischen Akzent haben.“
Nach einer weiteren halben Stunde flüsterte er hinter vorgehaltener Hand: „Ich muss dir etwas gestehen: Es gefällt mir.“
Ich gebe es zu: Es hat mir auch gefallen. Besonders der Teil, den ich nicht verstehen konnte, da meine afrikanischen Sprachkenntnisse doch eher rudimentär sind. Und der Part, in dem der Held der Geschichte endlich groß war und deshalb das Kind auf der Bühne durch einen ausgesprochen ansprechend gewachsenen Erwachsenen ersetzt wurde. Ein afrikanisches Sprichwort lautet ja: Wer zuletzt tanzt, wird am meisten beachtet. Da ist wohl was dran...
Doch die Vorstellung, mit jemanden Stätten musikalischer Darbietungen der besonderen Art zu besuchen, der nicht nur meine reservierte Einstellung diesen gegenüber teilt, sondern auch ein amüsanter Lästerer ist, schien mir dann doch gar nicht so unangenehm.
Letzte Woche war es dann soweit: 3 Stunden vor Beginn der Aufführung wurden A. zwei Karten bewilligt und er rief mich an, um mich hierüber zu informieren. Leider habe ich meine Mailbox erst am frühen Abend abgehört, sodass ich mich ein wenig überschlagen musste, um nicht A. und das Transferschiff zum Theater zu verpassen. Auf der Überfahrt überlegten wir kurz, ob uns diese nicht als abendliches Vergnügen genügen und wir erst gar nicht aussteigen sollten, um so direkt wieder den Rückweg antreten zu können, denn man hörte die Leute an Bord munkeln, dass man die Darsteller überhaupt nicht verstehen könne, da die meistens Charaktere mit ausländischen Künstlern besetzt wären, die unserer Sprache gar nicht mächtig seien.
Wir verließen trotz aller bösen Vorausahnungen nach der Flussüberquerung die Fähre und nachdem wir den Bühneneingang gefunden hatten, die hinterlegten Karten in den Händen hielten, unsere Mäntel und unsere Vorbehalte an der Gardarobe abgegeben hatten, war doch noch Zeit für ein alkoholisches Erfrischungsgetränk.

So von jeglicher Hektik befreit, zeigte mir A. an der Bar noch ein paar Merengue-Schritte, bevor wir durch einen Gong in den Saal gerufen wurden. Auf, auf zum fröhlichen Ablästern.

Das ging schief. Wir kamen nicht in Fahrt. Irgendetwas hemmte uns.
Nach einer halben Stunde ohne missbilligende Worte meinte A.: „Ich finde es gar nicht schlimm, wenn die Darsteller in einem Stück, das in Afrika spielt, einen afrikanischen Akzent haben.“
Nach einer weiteren halben Stunde flüsterte er hinter vorgehaltener Hand: „Ich muss dir etwas gestehen: Es gefällt mir.“
Ich gebe es zu: Es hat mir auch gefallen. Besonders der Teil, den ich nicht verstehen konnte, da meine afrikanischen Sprachkenntnisse doch eher rudimentär sind. Und der Part, in dem der Held der Geschichte endlich groß war und deshalb das Kind auf der Bühne durch einen ausgesprochen ansprechend gewachsenen Erwachsenen ersetzt wurde. Ein afrikanisches Sprichwort lautet ja: Wer zuletzt tanzt, wird am meisten beachtet. Da ist wohl was dran...
Desideria - 2006-02-27 17:04
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