Fensterln ...
Es gibt Menschen, die ich ob ihrer nüchternen Reaktionsgabe in kritischen Situationen bewundere. Ich werde zwar auch immer ruhiger, je mehr sich andere Menschen um mich herum bei vermeintlichen Krisen in hysterische Schockzustände steigern und anfangen zu hyperventilieren, aber das ist gar nichts, gegen die Fähigkeit einer Freundin meiner Schwester, ihre Argumente kühl und sachlich in gefühlsmäßig grenzwertigen Augenblicken vorzutragen.
Selbst im emotional geschwächten Zustand (sie war gerade hochgradig verliebt), bewahrte sie die Contenance.
Eines schönen Samstagmorgen lief B. gut gelaunt (wie schon erwähnt, sie war verliebt) mit Blumen im Arm durch die Stadt, in der sie damals wohnte und kam – wie der Zufall es so wollte – am Haus ihrer neuen Liebe vorbei. Mit Freude bemerkte sie, dass ein Fenster im Erdgeschoss offen stand und sie beschloss, dort hineinzuklettern, um ihn mit den Blumen zu überraschen. Kein Problem, da die Fenster bei diesen süßen, kleinen, alten Häuschen am Niederrhein nicht sonderlich hoch angebracht sind. Drinnen, auf der Suche nach einer Vase, hörte sie dann doch Geräusche aus dem Schlafzimmer, die sie eher nicht erwartet hatte.
Immer noch den Arm voller Blumen, öffnete sie die Schlafzimmertür und fand den Grund ihrer Bis-eben-noch-Verliebtheit in enger, schweißtreibender und eben diese Geräusche produzierenden Umarmung mit einem Wesen vor, dass jetzt plötzlich die phonogen gurrenden Laute durch kleine spitze Schreie ersetzte und gleichzeitig versuchte, das Laken über die nun eher unpassende Nacktheit zu ziehen. Wortlos setzte B. sich auf den Rand des Bettes, um den männlichen Part des Schauspiels nicht bei seiner stotternden Rede zu unterbrechen, die wohl so etwas wie: „Es ist nicht das, was du denkst …“ bedeuten sollte.
B. hörte ihm geduldig zu und sagte dann mit ruhiger Stimme:
„Ich wollte dir ja nur sagen, dass ich heute Abend keine Zeit habe.“
Sprach’s, stand von der Bettkante auf, ging mit samt den Blumen durch die offene Schlafzimmertür zurück und stieg aus eben jenem Fenster, durch das sie gekommen war, wieder heraus.
Bewundernswert, wirklich …
Selbst im emotional geschwächten Zustand (sie war gerade hochgradig verliebt), bewahrte sie die Contenance.
Eines schönen Samstagmorgen lief B. gut gelaunt (wie schon erwähnt, sie war verliebt) mit Blumen im Arm durch die Stadt, in der sie damals wohnte und kam – wie der Zufall es so wollte – am Haus ihrer neuen Liebe vorbei. Mit Freude bemerkte sie, dass ein Fenster im Erdgeschoss offen stand und sie beschloss, dort hineinzuklettern, um ihn mit den Blumen zu überraschen. Kein Problem, da die Fenster bei diesen süßen, kleinen, alten Häuschen am Niederrhein nicht sonderlich hoch angebracht sind. Drinnen, auf der Suche nach einer Vase, hörte sie dann doch Geräusche aus dem Schlafzimmer, die sie eher nicht erwartet hatte.
Immer noch den Arm voller Blumen, öffnete sie die Schlafzimmertür und fand den Grund ihrer Bis-eben-noch-Verliebtheit in enger, schweißtreibender und eben diese Geräusche produzierenden Umarmung mit einem Wesen vor, dass jetzt plötzlich die phonogen gurrenden Laute durch kleine spitze Schreie ersetzte und gleichzeitig versuchte, das Laken über die nun eher unpassende Nacktheit zu ziehen. Wortlos setzte B. sich auf den Rand des Bettes, um den männlichen Part des Schauspiels nicht bei seiner stotternden Rede zu unterbrechen, die wohl so etwas wie: „Es ist nicht das, was du denkst …“ bedeuten sollte.
B. hörte ihm geduldig zu und sagte dann mit ruhiger Stimme:
„Ich wollte dir ja nur sagen, dass ich heute Abend keine Zeit habe.“
Sprach’s, stand von der Bettkante auf, ging mit samt den Blumen durch die offene Schlafzimmertür zurück und stieg aus eben jenem Fenster, durch das sie gekommen war, wieder heraus.
Bewundernswert, wirklich …
Desideria - 2004-11-29 18:31
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