Dienstag, 26. Mai 2009

Dumm gelaufen ...

Beim Laufen durch den Park – endlich mal wieder – mit großem Bedauern feststellen, dass jetzt ein riesiges Loch mit einem hohen Kran die schöne Wiese mit den abertausenden von Butterblumen ersetzt hat.

Mitfühlend bemerken, dass Rhododendrenbäume, die in der Nähe eines gierigen Goldregens wachsen, nicht genug Wasser abbekommen, um ihre lila Blüten ganz aufblühen zu lassen und sie deshalb sehr traurig am Ast hängen.

Wenig später um den schönen Affenbrotbaum trauern, der zerteilt am Boden liegt, wohl heimlich in einer Nacht- und Nebelaktion hingerichtet, weil seine Wurzeln womöglich die Wände der unterirdischen Tiefgarage zu nahe gekommen sind.

Dann mit ansehen müssen, wie ein Taubenpaar verwirrt und immer wieder mit den Schnäbeln dran zupfend um das Nest herum hüpft, dass wohl der nächtliche Sturm vom Baum gefegt hat und jetzt samt zerbrochenen Eiern am Boden liegt.

Sich über diese neuen flauschigen weißen Blumen wundern, die auf der nächsten Wiese wachsen, um sie beim Näherkommen als die nicht genießbaren Überreste eines kleinen Häschen zu identifizieren.

Auf dem Rückweg fast auf eine tote Maus getreten, die sich einem Raubvogel aus dem Schnabel gezappelt hat, nach der Wunde im Genick zu urteilen. Irgendwie für beide dumm gelaufen.

Kurz vor dem Verlassen des Parks doch noch selbst zum Mörder geworden und fast auf einer Nacktschnecke ausgerutscht.

Zuhause angekommen, die Nachrichten geschaut und mich über die letzte Zündung der neuesten Atombombe informiert.

Es gibt Tage, die fangen besser an.
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Rock 'n' Roll ...

Rock 'n' Roll
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Montag, 25. Mai 2009

Déjà vu …

Ich werde gerade ständig an diesen Werbespot aus den 90ern erinnert, ich glaube er war von IBM, bei dem 4 Menschen völlig hilflos auf einen Drucker starren und dauernd sagen „Druckt nicht.“ Nur dass hier ständig ein verzweifeltes „OH NAIIIN!“ gerufen wird, ob der zutiefst tragischen Umstände …
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Montag, 18. Mai 2009

Komisches Gefühl ...

Es ist schon komisch, welche Worte einem das Gefühl geben, in einer eigentlich fremden Großstadt zu Hause angekommen zu sein. Selbst solch Sätze wie „Schön, dass du da bist!“ vom Mann in dieser Stadt, lassen mich nicht so heimisch fühlen, wie das „ Wie imma, wa?!“ der Berliner Taxifahrer …
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Freitag, 15. Mai 2009

Freitags-Giraffen vom anderen Ufer ...

anderes ufer
Luftiges Wochenende wünsche ich euch allen!
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Donnerstag, 14. Mai 2009

BangHo!

In meiner Familie wird bei einem fröhlichen Zusammensein immer mit einem bestimmten Wort einander zugeprostet, es ist immer dasselbe, auch wenn die Getränkeauswahl von Mal zu Mal variiert. Es ist nicht „Cheers!“, „Prost!“ oder „Zum Wohle!“, sondern wir alle rufen „BangHo!“ und lassen die Gläser klirren. Das war schon immer so, seit ich denken kann.

Mein Onkel hat es in unsere Familie gebracht und da er ein weitgereister Mann war, war ich der festen Ansicht, dass es irgendwo auf dieser Welt einen exotischen Menschenschlag gibt, aus dessen Landessprache diese Vokabel stammt und dort auch einen tieferen Sinn hat, so etwas wie „Auf die Freundschaft!“ oder „Ein langes Leben!“.

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass „BangHo!“ eine Fantasiewort ist, frei erfunden, eine willkürliche Ansammlung von Buchstaben und ohne jede Bedeutung, aber dafür steht es für eine Geschichte über Freundschaft und ein langes Leben, wie ich viel später erfuhr.

Dabei stand zu dieser Zeit die Freundschaft, genau wie ein langes Leben, eher auf der Kippe, wenn nicht gar am Abgrund und zwar weltweit. Mein Onkel befand sich mit 2 weiteren Soldaten in einer Messerschmitt über dem Ärmelkanal und flog mit einem unguten Gefühl Richtung Großbritannien. Die Luftschlacht um England tobte schon einige Wochen und so hatte man eine ziemlich genaue Vorstellung, was einem alles auf diesem Flug zustoßen konnte. Kein schöner Gedanke.

Falls der worst case wirklich eintreten sollte und gerade ihre Maschine abgeschossen werden würde, verabredeten die Männer, dass sie, um sich nachts in den Fluten wiederzufinden, ein bestimmtes Lied singen würden. Dass es ausgerechnet ein englisches Stück war, was über die Wellen schallen sollte, hatte wohl eher mit der Liebe zum Jazz zu tun, als dass es Plan war, die Kontrahenten mit dem Singen ihrer eigenen Lieder zu besänftigen.

Es kam, wie es kommen musste, wenig später trieb man verletzt in den Fluten, die zum Glück Mitte September nicht ganz so eisig waren, sonst hätten die 3 die nächsten 5 Stunden, bis man sie aus dem Wasser fischte, wohl nicht überlebt. Vielleicht hat ja auch das Singen geholfen, durchzuhalten, zumindest wusste jeder von ihnen die ganze Zeit, dass die anderen beiden auch noch lebten.

Nun passte der Text des Stückes zwar ausgezeichnet zu ihrer momentanen Situation - swing high, swing low – aber die zunehmende Verzweiflung verlangte dann doch nach einem deutlichen Statement. Und so wurde BangHo! als Durchhalteparole geboren: swing high, swing low … BangHo!

Die folgenden Jahre im Lazarett und in Gefangenschaft schweißten die 3 Männer noch mehr zusammen und sie waren bis zu ihrem Tode eng befreundet. Immer wenn sie sich trafen, wurde auf das Leben angestoßen: BangHo!

Viele Jahre nach diesem unfreiwilligen Bad, der weltweite Konflikt war schon lange entschärft, trafen sich ehemalige Offiziere verschiedener Länder bei Sekt und Häppchen, um Anekdoten aus der Vergangenheit auszutauschen. Als zum wiederholten Male mit BangHo! das Glas gehoben wurde, fragte ein Brite, was dieser Trinkspruch denn bedeuten würde, er hätte diesen noch nie gehört. Mein Onkel erzählte ihm die Entstehung des Wortes und am Ende dieser Geschichte von Freundschaft stellte sich heraus, dass eben dieser Brite den Befehl zum Abschuss seiner Maschine gegeben hatte.

Als den beiden ehemaligen Widersachern das ganze Gewicht dieser Erkenntnis bewusst wurde, schwieg man einen kurzen Moment, sah sich in die Augen, hob die Gläser und stieß an: BangHo!

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