Dienstag, 28. Juli 2009

Gewonnen …

Ich habe eine Reise in die Türkei gewonnen, dabei wollte ich doch ein MacBook Air haben. Dumm gelaufen, aber einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul. Das wirft aber Probleme auf.

Ich reise ja für mein Leben gern und am liebsten an Orte, die ich noch nicht gesehen habe. Das heißt, eigentlich reise ich überhaupt nicht gern, aber ich bin gerne dort, wo ich vorher noch nicht war.

Aber trotz hinreichend Übung durch diverse Fernbeziehungen, bin ich immer noch nicht fähig, einen Koffer so zu packen, dass ich am Ziel der Reise Dinge dabei habe, die ich tatsächlich dort gebrauchen kann. Meist muss ich mir dann doch vor Ort das Allernötigste kaufen, darf aber trotzdem all das nutzlos Mitgebrachte durch die Gegend schleppen. Furchtbar.

Reisen mit leichtem Gepäck, das wäre mein Traum. Ich bewundere diese patenten Menschen, die von vorneherein nur Dinge kaufen, die man untereinander kombinieren und damit vortäuschen kann, dass man jeden Tag etwas anderes anhat, was außerdem noch den Sitten und Gebräuchen und den klimatischen Verhältnissen des bereisten Landes entspricht. Beneidenswert.

Auch der Trugschluss, dass ich in der Ferne Kleidungsstücke tragen könnte, die ich zu Hause nie anziehen würde, füllen mein Gepäck, immer in der Hoffnung, dass ich irgendwann das hierfür geeignete Land fände. Hoffnungslos.

Bei dieser Reise habe ich allerdings noch ein anderes Problem: Ich muss zu zweit sein. Alleine fallen trotz Gewinn Kosten an, die ich zu zweit nicht hätte. Ich will gar nicht wissen, welche Marketingstrategie dahinter steckt, wahrscheinlich sollen möglichst viele Menschen die 5-Sterne- Hotels besuchen, um dann völlig begeistert schon bei dem Genuss des alkoholfreien Infococktails beschließen zu können, dass sie bei der nächstbesten Gelegenheit als selbst zahlende Gäste wieder kommen werden. Und zwar im Doppelpack.

Mal abgesehen davon, dass es nicht viele Menschen gibt, mit denen ich 8 Nächte lang ein Hotelzimmer teilen möchte, 5 Sterne hin oder her, gibt es noch weniger Menschen in meiner sozialen Nähe, die „umsonst“ in die Türkei fliegen möchten, mich eingeschlossen.

Nun, so habe ich wenigsten die Erkenntnis gewonnen, dass es gar nicht so einfach ist, Geschenke zu verteilen, seien sie auch noch so groß, und dass diese auch nicht immer die Freundschaft erhalten. Ganz im Gegenteil …
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Montag, 27. Juli 2009

Schluss jetzt …

Ich höre jetzt auf, mir um anderer Leut‘ ungeborener Kinder Sorgen zu machen. Was als Übersprungshandlung begann – schließlich habe ich in meiner eigenen Familie genügend grausige Gründe, mir die Haare zu raufen – endet jetzt mit echter Anteilnahme. So weit wollte ich das gar nicht kommen lassen. Was geht mich schließlich der Nachwuchs von Turteltauben an?

Da bange ich zwei volle Wochen bei jedem Regentropfen um die lieben Kleinen und mein Herz hüft, wenn ich beoachten kann, wie liebevoll sich die Eltern gemeinsam um die Brut kümmern und dann macht ein einziges Gewitter alle Fürsorge zunichte.

Gut, ich gebe zu, dass mir soviel grausige Natur ziemlich nahe geht, aber nur, weil ich das Drama die ganze Zeit vor Augen habe. Das verlassene Nest mit den schutzlosen und jetzt zu kalten Eiern ist wirklich ein trostloser Anblick. Hoffnungslosigkeit, live und in Farbe. Wer braucht sowas schon …

Selbst der Vater der Zwillinge hat gestern noch einmal versucht, sie zu reanimieren und brütete noch einmal eine Runde, hielt sich schließlich aber, wie vorher schon die Mutter, an die Weisheit der Dakota-Indianer:

"Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!"
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Samstag, 25. Juli 2009

Hiob-Update (7) ...

Die letzte Sintflut hat dem Nachwuchs wohl den Rest gegeben. Die Mutter hat wirklich alles probiert, um die Kleinen zu schützen, aber die Fluten waren so stark, dass sie aufstehen musste, damit das Wasser abfließen konnte.

wasser

So lagen die Eier jetzt ungeschützt im kalten Wasser. Und das mindestens 10 Minuten. Das kann doch kein aufkeimendes Leben ertragen. Sie hat sich dann noch einmal probeweise auf die schon arg schmutzige Brut gesetzt, ist dann aber wieder aufgestanden, sie war wahrscheinlich schon zu kalt, hat sich geschüttelt und ist dann nach einem sehr langen Blick auf die einst weißen, warmen Schutzbefohlenen weggeflogen.

eier

Nach einer halben Stunde kam sie noch einmal wieder, aber sie hat die runden Dinger nur ein wenig angestupst und hat sich dann wieder davon gemacht. Ich kann das nicht mehr mit ansehen und fahre mal zu dem Mann in der anderen Stadt.

Wenn ich dann zurückkomme, wird das Drama hoffentlich vorbei sein. Wenigstens haben die Elstern oder sonst wer dann einzwei Mahlzeiten gehabt...
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Freitag, 24. Juli 2009

Update (6) ...

Trotz allem: es sind noch beide Eier intakt!

Ein kleines Wunder, irgendwie ...
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Schwedische Freitags-Giraffe ...

stockholm

Nachdem mich zur Zeit andere Tiere in Atem halten, hat mir zum Glück Ulfur eine sehr schöne Giraffe von seinen weiten Reisen mitgebracht, diesmal aus Stockholm. Ist sie nicht hinreissend?!

Schönes Wochenende euch allen und vielen Dank an Ulfur!
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Regenrinnen-Nachwuchs-Update (5) …

Also ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen und meine Befürchtung ist wahrscheinlich auch nur Folge meine immer noch ungeheuer großen Unkenntnis ob der Taubenaufzucht, aber ich habe da etwas entdeckt, was mich zweifeln lässt, ob in der Regenrinne alles in Ordnung ist.

Auf der Suche nach Hinweisen auf die Beschaffenheit von Taubeneier bin ich auf diese anrührende Geschichte gestoßen und weiß jetzt wenigstens, dass auch andere Taubenpaare in Dachrinnen brüten.

Aber ich bin mir immer noch unsicher, ob dieses weiße Was-auch-immer am Rande des Nestes nicht das Überbleibsel des angeknacksten Ei sein könnte, dass jetzt dann doch von so viel Taubengewicht Liebe erdrückt wurde und geborsten ist.

Wie sieht ein erdrücktes Taubenei aus? Zerfällt es in kleine Fragmente oder sackt die weiche (?) Schale ohne den ehemaligen Inhalt eher in sich zusammen? Also Scherben sind das nicht, was ich am Nestrand erblickt habe. Ich erspare euch diesmal ein Foto von dem (vermeintlichen) Elend.

Seit zwei Tagen ist es mir nicht gelungen, einen Blick in das Vogelnest zu werfen, da es ununterbrochen von dem einen oder anderen Elternteil behudert wird. Was ich einerseits für ein gutes Zeichen halte, aber anderseits keinen noch so kleinen Rückschluss auf die Anzahl der Kinderschar zulässt. Womöglich wird es doch ein Einzelkind werden. Time will tell …
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Mittwoch, 22. Juli 2009

Helden-Update (4) …

Eigentlich kann ich Tauben nicht sonderlich leiden, aber je länger ich ihren Überlebenskampf in meiner Dachrinne beobachte, desto mehr bewundere ich ihr Durchhaltevermögen und welch enormem Leidensdruck sie standhalten können. Dagegen bin ich ja geradezu wehleidig.

Aber heute Morgen wäre es fast aus gewesen mit dem Nachwuchs. Diesmal war es keine Elster und auch kein Falke, der es auf die Eier abgesehen hatte, sondern eine riesige Krähe. Da ergriff selbst die tapfere Taubenmutter die Flucht. Gut, dass der schwarze Vogel dabei so laut rumkrakelte, dass ich den Angriff mit ansehen, das Fenster aufreissen und so die Krähe verscheuchen konnte, bevor sie ihren Trieb zum Vandalismus ausleben konnte.

Auch wenn in den früheren Jahren die Ableger immer anderen Vögeln zum Opfer fielen, glaube ich, dass dieses Jahr die verheerenden Unwetter und diese unglaublichen Wassermassen die größten Feinde der Nachkommenschaft sind.

regen
Das scheinen auch die Eltern zu befürchten und so haben sie angefangen, die ehemals karge Eier-Wegroll-Sperre ein wenig zu „pampern“. Während ein Elternteil die Kullerdinger wärmt, holt der andere unermüdlich neues Baumaterial herbei, das der brütende Part dann unter seinem Bauch geschickt mit den schon vorhanden Stöckchen verhakt.

boot
So haben die beiden tatsächlich in dieser Regenrinne eine Art Boot gebaut, damit die Jugend von Morgen nicht ständig im Wasser liegt und das kühle Nass unter ihnen abfließen kann. Ich bin schwer beeindruckt! Sonst hätte ich mich nicht gewundert, wenn aus diesen Eiern, Enten- statt Taubenküken schlüpfen würden.

… noch 7 bis 8 Tage (und Nächte), dann müsste das erste Kind schlüpfen.
Himmel hilf!
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