Wehleidiges Wochenende …
Seit langem habe ich mal wieder ein Wochenende allein verbracht und mich so richtig in meinem Kummer vergraben. Jedem, der mich anrief, habe ich die Dramaqueen präsentiert. Jammern auf hohem Niveau. Bis zu dem einen Anruf, den ich am Wochenende erledigen musste, obwohl ich ja eigentlich mit niemanden sprechen wollte. Mein Onkel hatte Geburtstag. 92 Jahre ist er am Sonntag geworden. Er muss starke Medikamente nehmen, die manchmal schlimme Halluzinationen bei ihm auslösen, aber die Schmerzen wären ohne das Morphium nicht zu ertragen. Vor 3 Wochen habe ich ihn das letzte Mal gesehen. Bei der Begrüßung hatte ich das Gefühl, lose Knochen in einem Pullover zu umarmen, aber seine Freude, mich zu sehen, ließ dieses hilflose Gefühl langsam wieder schwinden. Wir saßen am Tisch gegenüber und er erzählte mir mit leiser Stimme, dass er sofort diese Medikamente absetzen würde, wenn er Gewissheit hätte, dass er dann einfach sterben würde, anstatt dass nur die entsetzlichen Schmerzen wiederkämen. Da habe ich ihm fast verziehen, dass er sich weigerte, mich weiterhin auf seinem Fahrrad mitzunehmen, da ich die polizeilich erlaubte Altersgrenze von Beifahrern von 6 Jahren überschritten hatte. Damals. Jetzt hielt er meine Hände in den seinen. „Ich würde mich erschießen, wenn ich nicht Angst hätte, vor lauter Nervosität nur mein Knie zu treffen.“ Dann lachte er, sah mir in die Augen und sagte: „Es tut so gut, zu wissen, dass man geliebt wird.“ Nach diesem Anruf habe ich dann aufgehört zu jammern …
Desideria - 2007-10-01 15:13
2133
Hmmm, tja ...
machstes ihr madig.
passma auf, bei sowas kann ich richtig sauer werden