Das Chaos und ich …

haben ein eigenartiges Verhältnis. Schon solange ich denken kann. Wir scheinen unzertrennlich zu sein, obwohl ich einen heimlich Groll gegen dieses Gewirr hege, denn eigentlich liebe ich die Ordnung. Das mag auch daran liegen, dass meine so genannte Unordnung um mich herum schnell und konstant wächst. Und zwar mit System. Unaufhaltsam. Und nicht von mir verursacht. Ich schwöre. Sie wächst auch, ohne dass ich mich bewege oder vorhabe, Dinge von A nach B zu transportieren.

Falls mich aber die unbändige Sehnsucht nach Ordnung und überschaubarer Leere packt, versuche ich mit meinen Bemühungen diesen Zustand herzustellen, keinerlei Misstrauen beim allmächtigen Chaos zu wecken, damit es nicht argwöhnisch wird und mir noch größere Steine in den Weg wirft. Ich fange im Kleinen an, das System zu unterwandern, intrigant sozusagen, säe heimlich und leise die Saat der vom Wirrwarr verhassten Ordnung. Während die wuselige Fassade des Chaos’ bestehen bleibt, sammelt sich im Untergrund der Aufstand und stellt sich in gleichmäßigen Reihen auf.

Heimlich und leise verschwende ich mehr Herzblut dabei, z. B. Stecknadeln und Sicherheitsnadeln in verschiedene Behälter zu ordnen, nicht ohne die Stecknadeln nach Stecknadelkopffarbe und die Sicherheitsnadeln nach Größe zu sortieren, anstatt offen zu kämpfen und das Grobe in Angriff zu nehmen. Man mag mich feige nennen, aber ich bekämpfe die Unordnung mit ihren eigenen Mittel. Ich stopfe nicht alles in Schubladen oder Kartons, sondern kippe diese auch noch aus, um mich beim Chaos einzuschmeicheln.

Vorsichtig fülle ich dann die jeweilig Kisten und Kästen mit wenn möglich alphabetisch geordneten Dingen, die durch ihr Fehlen das äußere Bild des Tumultes nicht wirklich beeinträchtigen. Niemand wird bemerken, dass ich das bestehende System durch Akribie unterwandere. Es dauert nur einige Zeit bis die Voraussetzungen für den finalen Schlag gegen die herrschende Konfusion geschaffen sind.

Und wenn ich erst so weit sein werde, Dinge, die ich tatsächlich nicht brauche, auf die letzte Reise zu schicken, werde ich auch das Chaos beherrschen und dieses eigenartige Verhältnis zwischen uns beenden können. Es kann nicht mehr lange dauern. Es brodelt bereits bedrohlich im Untergrund …
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Muh-Tiger - 2005-07-26 18:54

Da könnte ich dir in allen Punkten jederzeit behilflich sein :)

Desideria - 2005-07-26 19:06

Etwa mit der Kiste, die du schon (fast) ein Jahr nicht mehr geöffnet hast?
Muh-Tiger - 2005-07-26 20:45

Zum Beispiel. Ich könnte z.B. die Kiste auf deinem Fußboden ausschütten und den Inhalt ganz ordentlich verteilen.
Desideria - 2005-07-26 21:52

Das würde mir sogar wirklich gefallen und ich glaube, ich könnte aus deiner Kiste bestimmt etwas gebrauchen können ;)
bateman - 2005-07-26 20:59

Eines meiner beliebten Spiele; aus einem großen stapel drei machen (vorsortieren), um anschließend wieder erfolgslos was suchen und alles auf einen stapel häufen.

Desideria - 2005-07-26 22:07

Ich bin ja noch immer der Überzeugung, dass, wenn man alles rechtwinklig stapelt, sich von alleine irgendeine Ordnung einstellt. Suchen und Finden ist auch deshalb eines meiner "Lieblingsbeschäftigungen" ...
Ruppelchen - 2005-07-26 21:01

Den Schlüssel

habe ich ja bereits. Sag einfach nur .... mach doch. Also insgeheim liebe ich Dein Chaos unendlich. Unglaublich gemütlich und kommod. Nichtsdestotrotz finde ich, dass es Zeit ist, brutal zu säberrrnn.. Sagt ich sabberrrrrn.?????????

Ich liebe Dich.

Desideria - 2005-07-26 22:02

Wehe ...

du nutzt dieses Privileg aus, willst mich zu meinem Glück zwingen und räumst schon mal ein paar unnütze Dinge aus meiner Wohnung, um mir helfend zur Seite zu stehen und um endlich Platz zu schaffen. Ich weiß, es juckt dir in den Fingern. Ich warne dich!

Ansonsten:
Ich dich auch. Für immer. Von ganzem Herzen. Trotz allem. So!
gardien340 - 2005-07-26 21:46

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Desideria - 2005-07-26 21:55

Danke für diesen dezenten Hinweis ...

ICH ARBEITE DARAN!
twoblog - 2005-07-26 22:05

Heuhaufen.

Du kannst ja in dem Raum Deines Zuhause, in dem noch am ehesten Platz vorhanden ist ;-), einen Heujaufen aufheufen und dort die Stecknadeln drin verstecken. Und dann eine Party geben und wer die Stecknadel(n) gefunden hat, na, der ist der Prinz!

Desideria - 2005-07-26 22:12

Lustig ...

das sagt ausgerechnet du, der du dich doch seltenst mit "Unnötigem" umgibst.
hidden_mask - 2005-07-26 23:51

ach - du tust dir aber auch wirklich etwas an. vielleicht solltest du dir zwischendurch einen kleinen schluck vodka gönnen ;-}}

Desideria - 2005-07-27 07:03

Haha ...

du sitzt wieder vor der "Kiste" und bloggst dich durch die Nacht.
(Ich dachte, die Vodkaflasche wäre schon leer ;)

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